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Über die Fakultät

Bereits seit Gründung der Universität waren in Heidelberg Physik und Astronomie Gegenstand von Lehre und Forschung. Am Wege der Physik von einer eher spekulativen zu einer exakten Wissenschaft standen im 19. Jahrhundert bedeutende Wissenschaftler wie Gustav Robert Kirchhoff und Hermann Helmholtz.

Im 20. Jahrhundert wirkten hier der Astronom Max Wolf sowie die Nobelpreisträger Philip Lenard, Walther Bothe - durch den der Wiederaufbau der Physik nach dem 2. Weltkrieg eingeleitet wurde - und Hans Jensen, mit dessen Berufung auf den neuen Lehrstuhl für Theoretische Physik 1949 die Erweiterung des Forschungsspektrums der Heidelberger Physik bis zur Vielfalt der heutigen Fakultät für Physik und Astronomie begann. Dieses Spektrum hat heute eine große Breite erreicht mit Schwerpunkten sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Anwendung physikalischer Methoden. Die Teilchenphysik (Hochenergiephysik, Schwerionenphysik, Atom- und Neutronenphysik) befaßt sich mit der Frage der fundamentalen Bausteine in der Natur und mit deren Wechselwirkungen untereinander.

Beim Zusammenwirken sehr vieler Teilchen treten kollektive Erscheinungen auf, welche die Vielfalt der uns umgebenden Materie ermöglichen und deren komplexe Formen in der Physik der kondensierten Materie untersucht werden. Astronomie und Astrophysik dringen vor in den Kosmos, zu Fragen seiner Entwicklung und seiner Zusammensetzung. Diese mehr der Grundlagenforschung zugehörigen Arbeitsgebiete werden ergänzt durch stark anwendungsbezogene Forschungsschwerpunkte wie die Umweltphysik - die in Heidelberg 'erfunden' wurde -, die Medizinische Physik sowie die Technische Informatik. In enger gegenseitiger Verzahnung werden die Hauptarbeitsgebiete der Fakultät an vier Universitätsinstituten experimentell und theoretisch bearbeitet: am Kirchhoff-Institut für Physik, am Physikalischen Institut sowie an den Instituten für Theoretische Physik und für Umweltphysik. Im Früjahr 2005 wurden das Astronomische Recheninstitut, das Institut für Theoretische Astrophysik und die Landessternwarte unter dem Dach des Zentrums für Astronomie Heidelberg vereinigt, das eines der wichtigsten Forschungszentren im Bereich der Astronomie und Astrophysik in Deutschland darstellt. Dabei gibt es kaum Gruppen, die nur Grundlagenforschung oder nur angewandte Forschung betreiben, vielmehr befruchten sich die Arbeitsgebiete gegenseitig. Die Durchführung der vielfältigen Forschungsaktivitäten ist möglich durch die bedeutenden Drittmitteleinwerbungen der Arbeitsgruppen. Diese Forschungslandschaft wird bereichert durch eine Reihe von Programmen, in denen Arbeitsgruppen aus verschiedenen Instituten und Fakultäten und über die Grenzen der Universität hinaus zusammenarbeiten, so z.B. in den Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs. Zahlreiche Kooperationen bestehen auf nationaler und internationaler Ebene: in Heidelberg z.B. mit den Max-Planck-Instituten für Astronomie, für Kernphysik und für Medizinische Forschung, mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie; in Deutschland mit der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt und mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron in Hamburg; in Europa mit dem Europäischen Kernforschungszentrum in Genf, dem Institut Laue-Langevin in Grenoble sowie mit weiteren Forschungseinrichtungen weltweit. Die Fakultät ist eine der größten ihrer Art in Deutschland. Die guten Studienbedingungen sowie die Vielfalt der Arbeitsgebiete, die sich im Lehrprogramm und im Angebot an Examensarbeiten widerspiegeln, üben eine große Anziehungskraft auf Studienanfänger wie auf fortgeschrittene Studenten aus. Diplomarbeiten können - ebenso wie Doktorarbeiten - auch in den außeruniversitären Forschungsinstituten erfolgen, soweit Mitglieder der Fakultät dort tätig sind. Insgesamt werden ständig eine dreistellige Zahl an Diplom- und Doktorarbeiten durchgeführt. Die mittlere Studiendauer im Diplomstudiengang liegt z.Zt. etwa bei 10 Semestern. Bei der Zahl der Absolventen liegt die Fakultät an vorderster Stelle in Deutschland, bei Promotionen und Habilitationen ist es ähnlich. Die vielseitigen Forschungsmöglichkeiten, der weltoffene und kommunikative Arbeitsstil und das angenehme Ambiente Heidelbergs verbinden sich so für Studierende wie Wissenschaftler zu überaus erfreulichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beschäftigung mit der Physik und der Astronomie.

 
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