Struktur des Studiums

Nachfolgend finden Sie einen universellen Studienplan für das Bachelorstudium (Modellstudienpläne für spezielle Vertiefungsrichtungen finden sich im Modulhandbuch).

Allgemeines

Die Studienleistungen im Bachelor/Masterstudium werden mit Leistungs- bzw. Kreditpunkten (LP/CP) bemessen. Der Gesamtumfang des Bachelorstudiums beträgt 180 Leistungspunkte. Das Regelstudium wird in 6 Semstern (jeweils 30 Leistungspunkte) abgeschlossen. Leistungspunkte messen die von einem Studenten erwartete gesamte Arbeitszeit für ein Ausbildungsmodul; dies schließt Präsenzzeiten, Vor- und Nachbereitungszeiten sowie Zeiten für eventuelle Hausarbeiten ein. Dabei entspricht ein Kreditpunkt einer Arbeitszeit von 30 Stunden. Pro Semester wird damit eine Gesamtarbeitszeit von etwa 900 Stunden erwartet. Dies ist nur dann möglich, wenn auch die vorlesungsfreie Zeit zwischen den Semestern in erheblichem Umfang genutzt wird.

Das Studium ist in Studienblöcke gegliedert, jeder Studienblock in Studienmodule. Ein Studienmodul ist dabei ein Ausbildungsblock, der sich über maximal 2 Semester erstreckt. Für den erfolgreichen Abschluss eines Moduls muss ein Leistungsnachweis erbracht werden. Leistungspunkte werden nur beim Bestehen des Leistungsnachweises angerechnet.

Studierende haben bei ausreichender fachlicher Qualifikation bereits ab dem 3. Semester die Möglichkeit ihren besonderen Interessen und Fähigkeiten im Studium nachzugehen. Dies kann einerseits durch die Wahl eines Vertiefungsgebietes in der Physik geschehen, zum anderern aber auch durch die Belegung anderer naturwissenschaftlicher Fächer oder von Studieninhalten, die dem Erwerb fachübergreifender Zusatzqualifikationen dienen. Hierzu steht insgesamt mehr als 1/3 der Studienzeit zur Verfügung. Eine sinnvolle Auswahl erfordert, dass die Studierenden sich darüber klar werden, welches Studienziel sie anstreben. Der Bachelorstudiengang erlaubt dabei sowohl eine forschungsorientierte Ausrichtung für Studierende, die bereits früh ein Masterstudium anstreben, als auch ein mehr praxisbezogenes Studium durch die vermehrte Wahl anwendungsnaher Module. Dabei legt die Fakultät besonderen Wert darauf, dass die Studierenden, die ein Masterstudium anstreben, bereits im Bachelorstudium die Möglichkeit haben nahe an die aktuelle Forschung heranzukommen. Hierzu dienen insbesondere diejenigen Wahlmodule, die eine Mitarbeit in den verschiedenen Forschungsgruppen vorsehen (Miniforschung bzw. Projektpraktika). Eine Orientierung bieten die Modellstudienpläne des Modulhandbuches.

Grundsätzlich gilt, dass der Bachelorabschluss, unabhängig von seiner Ausrichtung, berufsqualifizierend ist. Darüber hinaus befähigt jeder 'überdurchschnittliche' Abschluss für ein Masterstudium in Physik. Ein Anspruch auf Aufnahme besteht jedoch nicht; Bachelorabsolventen müssen sich für den Masterstudiengang bewerben. Näheres regelt die Zulassungssatzung für das Masterstudium.

Die im Rahmen des Bachelorstudiums wählbaren Module gliedern sich in zwei Kategorien: Pflichtmodule Physik und Mathematik (130 LP/CP), Wahlpflicht und Wahlmodule (50 LP/CP). Die aktuell angebotenen Module sind dem regelmäßig aktualisierten Bachelor-Modulhandbuch zu entnehmen.

A. Pflichtmodule Physik und Mathematik (130 LP/CP)

In diesem Teil wird das unerlässliche Grundwissen in Kursvorlesungen, Übungen und Praktika der Physik und Mathematik vermittelt. Nach dem 2. Semester muss eine Orientierungsprüfung abgelegt werden. Die Bachelorarbeit ist ebenfalls ein Pflichtmodul.

  1. Pflichtmodule Physik (106 LP/CP)

    Der Pflichtbereich Physik umfasst insgesamt 106 Kreditpunkte. Er beinhaltet die neun Kursvorlesungen in experimenteller und theoretischer Physik, die Anfänger- und Fortgeschrittenenpraktika, ein Seminar sowie die Bachelorarbeit.

  2. Pflicht- und Wahlpflichtmodule Mathematik (24 LP/CP)

    Während die Grundvorlesung Lineare Algebra I für alle Studierenden im Bachelor Physik Pflicht ist, haben die Physikstudenten die Wahl, was die weiteren Wahlpflichtmodule im Bereich der Mathematik anbelangt. Sie können zum einen die beiden auf den Bedarf der Physik optimierten Kurse 'Mathematik für Physiker II und III' belegen, die den Stoff der Vorlesungen Analysis I, II sowie Höhere Analysis zusammenfassen. Zum anderen können sie aber auch die Mathematik-Grundmodule Analysis I und Anlaysis II zusammen mit den Mathematikstudierenden absolvieren. Detailliertere Informationen hierzu liefert das Modulhandbuch.

B. Wahlpflichtmodule Physik (14 LP/CP)

Dieser Bereich dient der Vertiefung in einem Gebiet der Physik und umfasst mindestens 14 LP/CP. Gewählt werden können alle Wahlmodule der Physik aus dem Bachelor- Programm. Soweit die geforderten Voraussetzungen erfüllt sind, können auch Module aus dem Master-Programm ins Bachelor-Studium vorgezogen werden.

Das Angebot umfasst dabei Module aus folgenden Bereichen der Physik: Experimentelle Physik mit Vorlesungen über Atom- und Quantenphysik, die Physik der Kondensierten Materie und die Teilchenphysik; theoretische Physik mit Angeboten im Bereich der Quantenstatistik, der Quantenfeldtheorie, der allgemeine Relativitätstheorie, der Theorie der Kondensierten Materie sowie der theoretische Teilchenphysik. Des Weiteren gibt es Module in der Astro-, der Bio-, der Medizin- und der Umweltphysik sowie der Computational Physics. Für alle diese Gebiete werden auch Projektpraktika, weiterführende Seminare, Spezialvorlesungen und zugehörige Tutorien angeboten. Für eine frühzeitige Spezialisierung ist außerdem die Belegung spezieller Mastermodule bereits im Bachelor möglich.

Das Studienangebot in diesen Wahlbereichen der Physik wird nicht immer in einem festen Turnus angeboten. Das jeweils verfügbare Angebot an Modulen ist dem Bachelor- Modulhandbuch Physik zu entnehmen; bei der Planung des Wahlpflichtbereichs Physik sollen die dort aufgeführten Modellstudienpläne zur Orientierung dienen; dies ermöglicht die Wahl eines kohärenten Vertiefungsgebiets.

C. Überfachliche Kompetenzen (19 LP/CP)

Im Bachelor-Studiengang Physik werden neben fachbezogenen auch fächerübergreifende und fachunabhängige Kompetenzen vermittelt. Die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Physik müssen 20 LP/CP aus dem Angebot "Überfachliche Kompetenzen" belegen, dessen Module in besonderem Maße auf den Erwerb und Ausbau überfachlicher Kompetenzen abzielen. 1 LP/CP ist im Pflichtbereich (vgl. Abschnitt A) durch Integration in das Pflichtseminar (PSEM) bereits enthalten (UKS2). Die verbleibenden 19 LP/CP sind frei aus dem Angebot "Überfachliche Kompetenzen" wählbar.

Für alle Studierende werden bereits im ersten Semester zwei zentrale Module aus dem Bereich „Überfachliche Kompetenzen“ angeboten. Sie bilden einen wichtigen Teil des Grundstudiums:

  • der mathematische Vorkurs (UKV),
  • der Basiskurs ‚Schlüsselkompetenzen für ein nachhaltiges Studium’ (UKS1).

Beide Kurse beginnen in der Regel Ende September, drei Wochen vor Beginn der Vorlesungszeit; der Basiskurs wird im ersten Semester fortgesetzt. Die Teilnahme an diesen Kursen ist zwar nicht verpflichtend, wird aber nachdrücklich empfohlen. Über diese beiden Kurse hinaus werden im Bachelor ein Vielzahl weiterer Wahlmodule angeboten, die im Rahmen der „Überfachlichen Kompetenzen“ absolviert werden können; das Grundangebot ist im Modulhandbuch aufgeführt. Die Teilnehmerzahl bei diesen Kursen ist in der Regel begrenzt. Es besteht kein Anspruch auf Teilnahme an einem bestimmten Kurs.

Grundsätzlich werden Module aus dem Bereich „Überfachliche Kompetenzen“ der Fächer Mathematik, Informatik und den Naturwissenschaften anerkannt. Darüber hinaus können Veranstaltung, die nicht im Modulhandbuch als Module im Bereich „Überfachliche Kompetenzen“ angegeben sind, aber entsprechende Inhalte vermitteln, auf Antrag als solche anerkannt werden.

D. Module im Wahlbereich (17 LP/CP)

Es müssen ein oder zwei Wahlfächer gewählt werden, aus denen Module im Umfang von bis zu 17 LP/CP eingebracht werden können. Diese können aus folgenden Gebieten gewählt werden:

  • Astronomie und Astrophysik
  • Teilgebiete der Physik
    • Astrophysik
    • Atom-, Molekül- und Optische Physik
    • Biophysik
    • Medizinische Physik
    • Physik der Kondensierten Materie,
    • Umweltphysik,
    • Teilchenphysik
    • Theoretische Physik
  • Chemie
  • Biologie
  • Geologie
  • Informatik
  • Wissenschaftliches Rechnen
  • Elektronik und Datenverarbeitung
  • Physik der Bildgebung (Physics of imaging)
  • Mathematik
  • Mineralogie, Kristallographie
  • Philosophie
  • Physiologie
  • Wirtschaftswissenschaften

Andere Wahlfächer können nur in begründeten Ausnahmefällen gewählt werden und bedürfen der Zustimmung des Prüfungsauschusses. Das Bachelor-Modulhandbuch enthält Vorschläge für die Gestaltung der häufig gewählten Wahlfächer. Andere Kombinationen sind möglich, in diesen Fällen wird aber empfohlen, ein Beratungsgespräch bei einem Studienberater wahrzunehmen. Die von den einzelnen Fächern vorgeschriebenen Voraussetzungen für die Belegung einzelner Module sind zu beachten.

 

E. Bachelorarbeit (12 LP/CP)

Nach dem Erreichen einer ausreichenden Anzahl von Leistungspunkten und der Absolvierung aller Pflichtmodule werden die Studierenden in eine Forschungsgruppe ihrer Wahl (soweit möglich) zur Durchführung der Bachelorarbeit integriert. Unter intensiver Betreuung, jedoch aktiv und zunehmend selbständig bearbeiten sie ein wissenschaftliches Problem und erarbeiten sich ein vertieftes Verständnis der physikalischen Grundlagen des jeweiligen Gebietes. Die Arbeit muss nach Ausgabe des Themas innerhalb von 12 Wochen fertiggestellt werden; dies schließt die Einarbeitungzeit sowie die Zeit zur schriftlichen Abfassung ein. Innerhalb von 4 Wochen nach Abgabe findet ein abschließendes Kolloquium und Prüfungsgespräch zum Thema der Arbeit und ihrem Umfeld statt.

 
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